THE ­BEACH


 

 

JK
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Die Bilder sind oft beinahe menschenleer und auf vereinzelte, fast verloren wirkende Personen reduziert. Der Strand erscheint nicht als Ort der Erholung, sondern als ein „Übergangsort“ – eine Zwischenzone, die von einer eigentümlichen Stille durchzogen ist. Er ist ein Bereich der Sicherheit, der Vertrautheit (Festland) und ein Bereich des Übergangs zum Fremden und zur Unberechenbarkeit (Meer). Die Bilder zeigen Personen in alltäglichen, flüchtigen Situationen - Situationen, die im normalen Kontext unbemerkt bleiben und im visuellen Rauschen untergehen würden. Die Körper wirken in dieser Isolation wie Skulpturen, die in eine minimalistische Landschaft hineingestellt wurden. Obwohl es sich um reale, beobachtete Szenen handelt, scheinen die Figuren inszeniert. Der „erzählerische Faden“, den eine weite Umgebung vermitteln würde, wird weitestgehend durch den engen Bildausschnitt gekappt. Die Felsen und das Meer dienen nicht mehr als klassische Urlaubskulisse, sondern werden zu einer fast abstrakten Bühne. Jede noch so kleine Regung der Personen wird wahrgenommen. Die alltäglichen Gesten erhalten eine Symbolik, die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen entschlüsseln muß. Das wiederkehrende Motiv des ins Meer „Eintauchenwollens“ spiegelt die menschliche Sehnsucht wider, in der Natur zu sein und sich ihr auszusetzen. Gleichzeitig zeigt es die Entfremdung des modernen Menschen, der sich der Natur/Strand oft nur noch zögerlich und im Rahmen reglementierter Freizeitstrukturen annähert oder sich in geschützter Umgebung bewegt. Das weite Meer steht offen, die Personen nutzen allerdings das enge Becken zwischen den Felsen, ein Überbleibsel der letzten Flut, zum Schwimmen. Einzig der alte Mann („A MAN WALKS INTO THE WATER“) überschreitet die Linie zum Wasser und läuft Richtung Horizont – als eine angstfreie Handlung, die er nicht erstmalig zu vollführen scheint.
Die Serie verhandelt Generationsunterschiede. Ein Kind wirft einen Stein ins Wasser - die Natur ist für das Kind ein Spielplatz. Der Wurf des Steins ins Wasser ist ein Akt der Aneignung der Welt, getrieben von Aktivität und Neugier. Während das Kind in der Serie für die unschuldige Selbstvergessenheit des Spiels steht, das ältere Ehepaar die Unsicherheit des Alterns zeigt, verkörpert die junge, erwachsene Frau an der Wasserkante das „Gefangensein“ im eigenen Ich, die Unsicherheit, ob der nächste Schritt wirklich gegangen werden soll.